Nachruf auf Prof. Heidi Diggelmann (1936-2022)

Prof. Heidi Diggelmann leitete ursprünglich eine Forschungsgruppe am Institut Suisse de Recherche Expérimentale sur le Cancer (ISREC) in Epalinges (1971-1991), anschliessend das Institut für Mikrobiologie der Universität Lausanne (1991-2001) und war von 2001 bis 2012 Mitglied des Stiftungsrates der ISREC Stiftung. Das Institut und die Stiftung sind ihr für ihre wertvolle Expertise und ihren Einsatz für unsere Ziele während all diesen Jahren zutiefst dankbar.

Heidi Diggelmann fasste im Anschluss an ihr Medizinstudium in ihrer Heimatstadt Bern zunächst eine klinische Ausbildung in der inneren Medizin ins Auge. Nach einem Praktikum im Bezirksspital Thun entdeckte sie jedoch im Rahmen ihrer Dissertation in Bern die experimentelle Arbeit im Labor und begeisterte sich für die Molekularbiologie, einen Forschungszweig, der damals noch in den Kinderschuhen steckte.

In der Folge widmete Heidi Diggelmann, eine hochgeachtete Forscherin, ihre vierzigjährige wissenschaftliche Laufbahn vor allem dem Studium von krebsverursachenden Viren. Sie befasste sich unter anderem mit dem Vermehrungsmechanismus von Retroviren, die sowohl beim Tier als auch beim Menschen verschiedene Krebsarten auslösen können. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt war das Immunsystem.

Die Forschung von Heidi Diggelmann wurde durch zahlreiche renommierte Preise ausgezeichnet, darunter der Friedrich Miescher Preis (1976), der Max Cloëtta Preis (1984), der Otto Naegeli Preis der Bonizzi-Theler Stiftung (1992) und der «Prix de l’Etat de Berne» der Universität Lausanne (2002).

Neben ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit setzte sich Heidi Diggelmann stets auch für forschungspolitische Anliegen ein, zum Beispiel als Mitglied der Schweizerischen Kommission für Biologische Sicherheit (1990-1995), des ETH-Rates (1990-1996), der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften und der Stiftung Science et Cité. Von 1997 bis 2004 war Prof. Heidi Diggelmann zudem Präsidentin des Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds.

Die Forschenden des ISREC Instituts im Jahre 1988, stehend von links nach rechts: Paul Amstad, Christophe Reymond, Rex Tyrrell, Viesturs Simanis, Bernard Sordat, Peter Cerutti, Bernhard Hirt (Direktor), Otto Hagenbüchle, Elena Buetti, Erich Nigg et Markus Nabholz. Sitzend von links nach rechts: Peter Wellauer, Jean-Pierre Kraehenbuhl, Heidi Diggelmann, Lukas Kühn, Susan Gasser et Peter Beard.

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