{"id":3648,"date":"2020-08-04T15:09:10","date_gmt":"2020-08-04T13:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.isrec.ch\/recherche\/entwicklung-eines-neuartigen-b-zell-basierten-impfstoffes-fur-metastatische-solide-tumoren\/"},"modified":"2024-12-03T16:30:16","modified_gmt":"2024-12-03T15:30:16","slug":"entwicklung-eines-neuartigen-b-zell-basierten-impfstoffes-fur-metastatische-solide-tumoren","status":"publish","type":"recherche","link":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/forschung\/entwicklung-eines-neuartigen-b-zell-basierten-impfstoffes-fur-metastatische-solide-tumoren\/","title":{"rendered":"<strong>Therapeutische Krebsimpfstoffe<\/strong> &#8211; Prof. Lana Kandalaft (UNIL\/CHUV)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entwicklung eines neuartigen B-Zell-basierten Impfstoffes f\u00fcr metastatische solide Tumoren<\/h2>\n\n\n<div class=\"intro-text\">\n<p>Dieser zweckgebundene Fonds f\u00fcr Immuntherapien wurde im September 2020 an die Forschungsgruppe von Prof. Lana Kandalaft (Onkologieabteilung UNIL\/CHUV) vergeben.<\/p>\n<\/div>\n\n\n<p>Es ist inzwischen allgemein anerkannt, dass das Immunsystem bei der Kontrolle des Tumorwachstums eine entscheidende Rolle spielt. Tats\u00e4chlich haben die bemerkenswerten Ergebnisse, die in den letzten Jahren mit der Einf\u00fchrung von Krebsimmuntherapien und Checkpoint-Inhibitoren erzielt wurden, das Gebiet der Onkologie revolutioniert und das therapeutische Szenario bei vielen Tumorarten grundlegend ver\u00e4ndert. Bei Krebsimpfstoffen, einer der verschiedenen Krebsimmuntherapien, die heute verf\u00fcgbar sind, steht der therapeutische Einsatz eines bestimmten Typs von Immunzellen, sogenannte Antigen-pr\u00e4sentierende Zellen (APZ), im Vordergrund. Die wichtigste physiologische Rolle dieser Zellen besteht darin, pathogenassoziiertes und fremdes Material (sogenannte Antigene) abzufangen und zu erkennen, und anschliessend eine Immunantwort einzuleiten, die darauf abzielt, die antigenhaltige Bedrohung im Wirt zu beseitigen. Angesichts der zentralen Rolle, die die APZ bei der Orchestrierung einer Immunantwort spielen, ist es nicht \u00fcberraschend, dass dieser Zelltyp seit den Anf\u00e4ngen der modernen Krebsimmuntherapie im Kampf gegen Krebs eingesetzt wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Anerkannte Ans\u00e4tze st\u00fctzten sich bis jetzt auf die Verwendung eines speziellen Typs von APZ, genannt dendritische Zellen (DZ), die lange Zeit als die potentesten APZ im menschlichen K\u00f6rper angesehen wurden. Obwohl sie sich im Allgemeinen als sicher erwiesen haben und nur sehr milde Nebenwirkungen verursachen, hatten DZ-basierte therapeutische Impfstoffe bisher nur eine begrenzte therapeutische Wirksamkeit. Andererseits zeigt sich zunehmend, dass ein zweiter Typ von APZ, sogenannte B-Zellen, eine valable Alternative mit verschiedenen Vorteilen darstellt. So k\u00f6nnen B-Zellen in grossen Mengen aus dem menschlichen K\u00f6rper gewonnen und vervielfacht werden, w\u00e4hrend sich bei DZ-basierten Impfstoffen die Zellverf\u00fcgbarkeit oft als limitierender Faktor erweist. Auch sind B-Zellen, im Gegensatz zu DZ, resistent gegen eine funktionale Hemmung, die durch von Tumoren produzierte Faktoren hervorgerufen wird; ein Mechanismus, der die therapeutische Wirksamkeit von DZ oft einschr\u00e4nkt. Mehrere fr\u00fchere Studien haben zudem gezeigt, dass B-Zellen tats\u00e4chlich in der Lage sind, eine starke, krebsspezifische Immunantwort zu induzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Grundlage dieser kollektiven Erkenntnis konzentriert sich dieses Projekt auf die Entwicklung eines neuartigen therapeutischen Impfstoffs gegen Krebs, der auf B-Zellen basiert. Eines der ersten Ziele besteht darin, B-Zellen so zu ver\u00e4ndern, dass sie spezielle Rezeptoren exprimieren. Diese bewirken, nach der Infusion in den Patienten, eine Anh\u00e4ufung von B-Zellen im Tumor, was entscheidend ist f\u00fcr die Verbesserung ihrer Wirksamkeit gegen ihre Tumorziele und f\u00fcr die Begrenzung von Nebenwirkungen und systemischen Auswirkungen. In einer zweiten Phase werden wir unsere B-Zell-Impfstoff-Formulierung in Verbindung mit Checkpoint-Blockade-Hemmern testen; einer weiteren vielversprechenden Immuntherapie, die einen anderen und komplement\u00e4ren Wirkmechanismus aufweist. Checkpoint-Blockaden sind spezifische Signalwege, welche normalerweise von Tumoren entwickelt werden, um T-Zell-Aktivit\u00e4ten zu hemmen und so eine Art &#8220;Bruch&#8221; in der Funktion des Immunsystems und der Anti-Krebs-Eigenschaften auszu\u00fcben. Die Kombination dieser beiden Therapien stellt potenziell eine interessante therapeutische Option dar: B-Zellen k\u00f6nnten das Immunsystem (oder genauer gesagt T-Zellen) gegen Tumorziele aktivieren, w\u00e4hrend eine Checkpoint-Blockade-Hemmung blockierende &#8220;Br\u00fcche&#8221; der Funktion der T-Zellen beseitigen und das nat\u00fcrliche Antikrebspotenzial dieser Zellen freisetzen k\u00f6nnte<\/p>\n\n\n\n<p>Dank der Infrastruktur, die am Universit\u00e4tsspital Lausanne und am Ludwig-Institut (Zweigstelle Lausanne) f\u00fcr translationale Studien zur Verf\u00fcgung steht, werden wir danach den letzten Teil dieses Projektes in Angriff nehmen k\u00f6nnen. Dabei werden wir Protokolle und Tests f\u00fcr eine effiziente Produktion unserer B-Zell-Endformulierung in einem GMP-Kontext (Good Manufacturing Practices, gute Herstellungspraxis) entwickeln und somit ihre k\u00fcnftige Anwendung in klinischen Studien und Patiententests erm\u00f6glichen. Die Anforderungen f\u00fcr die Erprobung von Zelltherapien an Patienten (gew\u00f6hnlich als GMP-Bedingungen bezeichnet) sind nat\u00fcrlich ganz andere und strenger als die Bedingungen in Laboratorien und Tierversuchen. Dieser Schritt ist mit viel Arbeit verbunden: Die Therapieproduktion muss so angepasst werden, dass sie diesen Anforderungen gerecht wird. Die Validierung der Ergebnisse dieses Projektes in einem GMP-Kontext wird den Weg f\u00fcr zuk\u00fcnftige translationale Studien an Krebspatienten ebnen und potentiell dazu beitragen, dass sowohl das therapeutische Szenario als auch die klinischen Ergebnisse vorangebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","cat-recherche":[76],"class_list":["post-3648","recherche","type-recherche","status-publish","hentry","cat-recherche-archiv"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/recherche\/3648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/recherche"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/recherche"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"cat-recherche","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/cat-recherche?post=3648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}