{"id":3651,"date":"2023-07-03T11:38:50","date_gmt":"2023-07-03T09:38:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.isrec.ch\/recherche\/fiamma-car-t-zell-therapie-fur-kinder-und-erwachsene-bei-einem-ruckfall-der-akuten-myeloischen-leukamie\/"},"modified":"2025-03-24T15:20:28","modified_gmt":"2025-03-24T14:20:28","slug":"fiamma-car-t-zell-therapie-fur-kinder-und-erwachsene-bei-einem-ruckfall-der-akuten-myeloischen-leukamie","status":"publish","type":"recherche","link":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/forschung\/fiamma-car-t-zell-therapie-fur-kinder-und-erwachsene-bei-einem-ruckfall-der-akuten-myeloischen-leukamie\/","title":{"rendered":"<strong>FIAMMA: Immuntherapie zur Behandlung der myeloischen Leuk\u00e4mie<\/strong> &#8211; Dr. Francesco Ceppi (CHUV) und Prof. Caroline Arber (UNIL\/CHUV)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">CAR-T-Zell-Therapie f\u00fcr Kinder und Erwachsene bei einem R\u00fcckfall der akuten myeloischen Leuk\u00e4mie<\/h2>\n\n\n<div class=\"intro-text\">\n<h5>Dieser \u00abzweckgebundene Fonds\u00bb ist aus einer Zusammenarbeit mit der Jacqueline de C\u00e9renville Stiftung und der Jan Baron Mladota Stiftung hervorgegangen. Er wurde im Juli 2023 f\u00fcr 5 Jahre an Dr. Francesco Ceppi (CHUV) und Prof. Caroline Arber (UNIL\/CHUV) vergeben.<\/h5>\n<\/div>\n\n\n    <div class=\"accordions \">\n                        <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>Einleitung<\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>Das FIAMMA (CHIMERIC ANTIGEN RECEPTOR T CELL THERAPY FOR CHILDREN AND ADULTS WITH RELAPSED ACUTE MYELOID LEUKEMIA) Projekt wird durch eine von der ISREC Stiftung verwaltete private Spende in H\u00f6he von 2,8 Millionen unterst\u00fctzt und fokussiert auf Kinder und Erwachsene, die nach einer Standardbehandlung einen R\u00fcckfall erlitten haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das \u00abFIAMMA\u00bb Forschungsprojekt wird von PD Dr. Francesco Ceppi, leitender Arzt in der Abteilung f\u00fcr p\u00e4diatrische H\u00e4mato-Onkologie des CHUVs, und Prof. Caroline Arber, leitende \u00c4rztin im Departement f\u00fcr Onkologie UNIL CHUV (Abteilung Immunonkologie und H\u00e4matologie), in enger Zusammenarbeit geleitet. Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen zellul\u00e4ren Immuntherapie f\u00fcr an akuter myeloischer Leuk\u00e4mie (AML) erkrankte Kinder und Erwachsene, die nach einer Standardbehandlung einen R\u00fcckfall erlitten haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Projekt steht beispielhaft sowohl f\u00fcr die Vision der translationalen Forschung, die vom Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV), der Universit\u00e4t Lausanne (UNIL) und dem Ludwig Institute for Cancer Research (LICR) umgesetzt wird, als auch f\u00fcr die etablierte enge Zusammenarbeit zwischen mehreren am Genfersee angesiedelten und im Swiss Cancer Center L\u00e9man (SCCL) vereinten Institutionen. Das Forschungsprojekt profitiert davon, dass die Infrastruktur der in der Krebsforschung weltweit anerkannten Onkologieabteilung UNIL CHUV zur Verf\u00fcgung steht. Diese Abteilung hat schon mehrere vielversprechende klinische Studien zu neuartigen Immuntherapien f\u00fcr die Behandlung von verschiedenen Krebsarten durchgef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus vereint dieses neue Projekt die sich erg\u00e4nzenden Kompetenzen von zwei Experten auf dem Gebiet der Immuntherapie, die beide bereits mehrere Studien in diesem Bereich durchgef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das FIAMMA Projekt wird durch Zuwendungen in H\u00f6he von 2,8 Millionen CHF finanziert. Es profitiert von der grossz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung zweier privater, in Lausanne angesiedelten Stiftungen, der Jacqueline de C\u00e9renville Stiftung und der Jan Baron Mladota Stiftung, welche sich via die ISREC Stiftung mit je 1,25 Millionen CHF beteiligen. Die ISREC Stiftung ihrerseits tr\u00e4gt 300\u2019000 CHF zum Projekt bei. Unter Beizug ihres Wissenschaftlichen Rates, pr\u00e4sidiert durch Prof. Michael Hall, und ihrer wissenschaftlichen Direktorin, Prof. Susan Gasser, wird die ISREC Stiftung das Projekt begleiten und die \u00fcber f\u00fcnf Jahre (2023 bis 2027) verteilten Finanzierungsetappen koordinieren.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                            <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>Akute myeloische Leuk\u00e4mie (AML)<\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>Mit einer Inzidenz von 7 F\u00e4llen pro Million Kindern unter 15 Jahren ist die akute myeloische Leuk\u00e4mie (AML) die aggressivste Unterart der akuten Leuk\u00e4mien bei Kindern.<\/p>\n<p>Trotz bemerkenswerten Verbesserungen in den vergangenen 40 Jahren deuten k\u00fcrzlich erschienene Daten darauf hin, dass die Standardbehandlung, einschlie\u00dflich konventioneller Chemotherapie und in mehr als der H\u00e4lfte der F\u00e4lle Transplantation h\u00e4matopoetischer Stammzellen (HSC), bei 30 bis 40\u00a0% aller neu diagnostizierten Patienten nicht erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Bei Erwachsenen ist in Europa die AML, mit durchschnittlich f\u00fcnf neuen F\u00e4llen pro Jahr und 100&#8217;000 Einwohnern, die h\u00e4ufigste Form der akuten Leuk\u00e4mien. Die Ergebnisse der Standardbehandlung (intensive Chemotherapie, wenn m\u00f6glich kombiniert mit zielgerichteten, personalisierten Medikamenten und einer HSZ-Transplantation) sind vergleichbar mit denjenigen, die bei Kindern erzielt werden. Patienten, bei denen die AML nach einer HSZ-Transplantation zur\u00fcckkehrt, oder die auf eine intensive Chemotherapie nicht ansprechen, haben weiterhin eine sehr schlechte Prognose und die Entwicklung neuer Therapien f\u00fcr diese Patientengruppe stellt bislang einen unerf\u00fcllten klinischen Bedarf dar.<\/p>\n<p>\u00abUnser FIAMMA Projekt befasst sich mit dieser in der medizinischen Forschung oft vernachl\u00e4ssigten Population von p\u00e4diatrischen und erwachsenen Patienten. Wir beabsichtigen, einen neuen immuntherapeutischen Ansatz mit T-Lymphozyten, die einen chim\u00e4rischen Antigenrezeptor (CAR) tragen, zu untersuchen. Der CAR verleiht den T-Lymphozyten die F\u00e4higkeit, die Leuk\u00e4miezellen direkt anzuvisieren und zu vernichten. Diese neuartige Behandlung hat Heilungspotenzial\u00bb, kommentiert Prof. Caroline Arber.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                            <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>Wie funktioniert eine CAR-T-Zell-Immuntherapie? <\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>Die CAR-T-Zell-Immuntherapie steht sowohl f\u00fcr einen innovativen neuen Therapieansatz als auch f\u00fcr neue Hoffnung f\u00fcr die Behandlung von gewissen Krebsarten. Die Immunonkologie-Abteilung des CHUVs hat bereits kommerzielle CAR-T-Behandlungen f\u00fcr die akute lymphatische Leuk\u00e4mie (ALL), gewisse aggressive Leuk\u00e4miearten und das Multiple Myelom eingef\u00fchrt. \u00a0Bei dieser Therapieart wird das Immunsystem des Patienten benutzt, um gegen den Krebs zu k\u00e4mpfen. Die verschiedenen Nebenwirkungen sind von kurzer Dauer, im Vergleich zu den l\u00e4nger anhaltenden Komplikationen, die bei Standardbehandlungen auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00abIn der Schweiz gibt es aktuell f\u00fcr die akute myeloische Leuk\u00e4mie weder klinische Studien noch kommerzielle Produkte auf CAR-T-Zellbasis. Studien in den USA und China stehen ihrerseits noch in einer sehr fr\u00fchen Phase. Wenn wir hier in der Schweiz nicht unsere eigene akademische Studie entwickeln, werden wir mittelfristig keinen vergleichbaren Ansatz f\u00fcr die Behandlung von rezidivierender ALM vorweisen k\u00f6nnen\u00bb, erkl\u00e4rt Dr. Francesco Ceppi.<\/p>\n<p>Das CHUV verf\u00fcgt \u00fcber die notwendige Infrastruktur, um CAR-T-Produkte im Rahmen einer akademischen klinischen Studie herzustellen. Angesichts der Einzigartigkeit des Projektes k\u00f6nnen die f\u00fcr die FIAMMA Studie infrage kommenden Patienten \u2013 6 Erwachsene und 6 Kinder \u2013 sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland rekrutiert werden.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                            <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>Die Etappen des Projektes <\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>In einem ersten Schritt werden im Forschungslabor von Prof. Arber die pr\u00e4klinischen Studien, in denen die Wirksamkeit der neuen CAR-T-Produkte gegen AML gepr\u00fcft werden, abgeschlossen. In einer zweiten Etappe werden der Herstellungsprozess und die Produktion des klinischen viralen Vektors, den es f\u00fcr die Expression des CARs an der Oberfl\u00e4che der T-Lymphozyten braucht, optimiert. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Centre de Th\u00e9rapies Exp\u00e9rimentales der onkologischen Abteilung des UNIL CHUV.<\/p>\n<p>Danach wird eine wichtige Phase des Projektes darin bestehen, das Protokoll f\u00fcr die klinische Forschung zu entwickeln. Dieses wird anschliessend dem Schweizerischen Heilmittelinstitut (Swissmedic) und der Commission cantonale d\u2019\u00e9thique de la recherche sur l\u2019\u00eatre humain (CER-VD, kantonale Ethikkommission) zur Genehmigung vorgelegt. Wird von den beiden Instanzen gr\u00fcnes Licht gegeben, kann die Phase I der klinischen Studie am CHUV beginnen, idealerweise zwischen Ende 2024 und Anfang 2025.<\/p>\n<p>Die Patientenrekrutierung wird haupts\u00e4chlich in der Schweiz erfolgen, aber auch in Nachbarl\u00e4ndern, in denen Patienten keinen Zugang zu vergleichbaren Studien haben. Die Forschenden sch\u00e4tzen, dass Rekrutierung und Verabreichung der Behandlung circa 24 Monate dauern werden. Auch werden vertiefte Analysen der Funktionsweise dieser neuartigen Therapie durchgef\u00fchrt, mit korrelativen Studien an Proben, die w\u00e4hrend und nach der Behandlung jedem Patienten entnommen wurden. Diese Untersuchungen werden zum besseren Verst\u00e4ndnis der biologischen Parameter, die mit dieser neuen therapeutischen Strategie einhergehen, beitragen.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                <\/div>\n        \n\n\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.isrec.ch\/app\/uploads\/2024\/04\/2023.07.04_Cdp_FIAMMA_D.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pressemitteilung<\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","cat-recherche":[84],"class_list":["post-3651","recherche","type-recherche","status-publish","hentry","cat-recherche-translationale-forschung"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/recherche\/3651","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/recherche"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/recherche"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"cat-recherche","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.isrec.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/cat-recherche?post=3651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}