Immuntherapie zur Behandlung der myeloischen Leukämie – Prof. Caroline Arber (CHUV)
Abwendung von Rückfällen bei akuter myeloischen Leukämie durch Mobilisierung von CAR-T-Lymphozyten
Dieser «zweckgebundene Fonds» wurde im September 2026 für 4 Jahre an Prof. Caroline Arber vergeben.
Die akute myeloische Leukämie ist eine Blutkrebsart, die nach einer Stammzelltransplantation erneut auftreten kann. In solchen Fällen sind die therapeutischen Optionen sehr begrenzt und die Prognose ist äusserst ungünstig. CAR-T-Zelltherapien haben die Behandlung bestimmter Leukämiearten grundlegend verändert. Für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie steht aber noch keine Behandlung dieser Art zur Verfügung.
Ziel des von Prof. Caroline Arber am CHUV geleiteten FIAMMA Projektes ist die Evaluation einer neuartigen CAR-T-Zelltherapie für Kinder und Erwachsene bei denen die Erkrankung nach einer Transplantation erneut aufgetreten ist. Die Immunzellen werden so verändert, dass sie das Protein CD70, das auf der Oberfläche vieler Leukämiezellen vorkommt, erkennen und diese Krebszellen deshalb gezielt angreifen können.
Das Besondere an diesem Ansatz ist, dass die CAR-T-Zellen aus Lymphozyten des Familienmitglieds, das schon die Stammzellen für die Transplantation gespendet hat, hergestellt werden. Diese Zellen stammen demnach von einer gesunden Person und sollten daher funktionsfähiger sein als diejenigen des Patienten. Diese Methode reduziert zudem das Risiko für eine Kontamination des therapeutischen Produktes durch leukämische Zellen.

In dieser klinischen Studie werden schrittweise verschiedene Dosierungen getestet, um festzustellen, ob die Behandlung sicher hergestellt und verabreicht werden kann. Gleichzeitig sollen erste Hinweise auf ihre Wirksamkeit gewonnen werden. An der Studie sollen 18 Personen (6 Kinder und 12 Erwachsene) teilnehmen und von Fachteams des CHUV betreut werden. Die Forschenden werden die Persistenz der CAR-T-Zellen im Blut und Knochenmark, deren Aktivität sowie allfällige Nebenwirkungen sorgfältig überwachen. Zudem werden biologische Untersuchungen durchgeführt, um die Mechanismen, die mit dem Ansprechen, der Resistenz und möglichen Komplikationen zusammenhängen, besser zu verstehen.
Langfristig soll den Patientinnen und Patienten, für welche die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten unzureichend sind, ein neuer Therapieansatz zur Verfügung stehen. Fallen die ersten Ergebnisse vielversprechend aus, könnte die Studie auf eine grössere Anzahl von Menschen mit rezidivierender oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie ausgeweitet werden. Auch eine Erweiterung auf Patienten mit anderen Krebsarten, die das CD70-Protein exprimieren, wäre denkbar.