Verbesserung der Persistenz und Wirksamkeit von zur Krebsbekämpfung eingesetzten Immunzellen
Untersuchung der räumlichen Aktivität von NFAT5 als Faktor für das Versagen des Immunsystems und als Ziel für neuartige Krebsimmuntherapien
In diesem Projekt wird untersucht, warum T-Lymphozyten, deren Aufgabe es ist, Krebszellen anzugreifen, in bestimmten Tumoren ihre Wirksamkeit nach und nach verlieren. Die Forschenden interessieren sich für NFAT5. Dieses Protein ist in den nekrotischen Zonen des Tumors, wo die lokalen Bedingungen eine Erschöpfung der Immunzellen begünstigen könnten, besonders aktiv. Dieser Mechanismus wird in Proben von Melanomen und Lungenkrebs untersucht, um festzustellen, ob die Aktivität von NFAT5 eingesetzt werden kann, um das Ansprechen auf Behandlungen vorherzusagen.
Im Rahmen dieses Projektes wird ausserdem eine Strategie evaluiert, bei der NFAT5 blockiert wird, um die antitumorale Aktivität der T-Lymphozyten wiederherzustellen. Die Forschenden werden diesen Ansatz in präklinischen Modellen, an Patientengewebe sowie im Rahmen von Zelltherapien prüfen. Ziel ist es, die Persistenz und Wirksamkeit der Immunzellen im Kampf gegen Krebserkrankungen zu steigern.
Sind zwei Immunsysteme besser als eines?
Programmierung von tumorinfiltrierenden Lymphozyten mit cGAMP zur Behandlung von Melanomen
Die Infusion von programmierten Lymphozyten, um die Wirkung von Immuntherapien zu verbessern, ist eine innovative und effektive Methode, um Hautkrebszellen, sogenannte Melanome, zu zerstören. Leider erweist sich dieser Ansatz jedoch nicht immer als erfolgreich. In diesem Projekt soll die Therapie mit tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TIL) verbessert werden: Lymphozyten werden genetisch verändert, so dass sie ein Molekül ausschütten, welches eine zweite, angeborene Immunantwort aktiviert. Diese läuft unabhängig von der adaptiven Immunantwort der T-Lymphozyten ab.
In diesem TANDEM Projekt werden TIL-spezifische klinische Therapieexpertise (Prof. Haanen) und Fachwissen auf dem Gebiet des cGAS-STING-Signalweges (Prof. Ablasser) vereint. Die Forschungsarbeiten werden mithilfe eines ex vivo Systems, mit sogenannten Explants, durchgeführt. Für den von diesen herausragenden Forschenden angestrebten therapeutischen Erfolg wird das langfristige Fortbestehen der modifizierten TIL entscheidend sein.
Wie kann verhindert werden, dass leukämische Stammzellen das Immunsystem ausser Gefecht setzen?
Anvisierung des metabolischen Austausches zwischen leukämischen Stammzellen, Makrophagen und T-Lymphozyten zur Verhinderung der Immunevasion bei akuter myeloischer Leukämie
Dieses Projekt befasst sich mit der akuten myeloischen Leukämie, einem aggressiven Blutkrebs, bei dem es oft zu Rezidiven kommt. Diese Rückfälle stehen insbesondere im Zusammenhang mit leukämischen Stammzellen, welche in der Lage sind, Behandlungen zu widerstehen und im Knochenmark zu überleben, wodurch eine immunsuppressive Mikroumgebung entsteht.
Die Forscherinnen möchten verstehen, wie diese Zellen ihre Umgebung verändern, indem sie bestimmte metabolische Moleküle, insbesondere Adenosin und Kreatin, absondern. Diese Substanzen sind in der Lage, die Aktivität der Makrophagen und T-Lymphozyten zu schwächen, was den leukämischen Zellen ermöglicht, dem Immunsystem zu entkommen. Mithilfe eines Maus-Mensch-Knochenmarkmodells soll untersucht werden, ob die Hemmung dieser metabolischen Mechanismen zur Wiederherstellung der Immunabwehr und zur Verbesserung der Wirksamkeit der üblichen Behandlungen führen kann.
Optimierung der Radiotherapie zur Erhaltung der Immunabwehr gegen Krebs
Optimierung von Behandlungen, die eine Strahlentherapie und Immunmodulation verbinden, indem die Lymphknoten gegen strahlenbedingte Schädigungen geschützt werden
In diesem Projekt geht es um die Optimierung von Behandlungen, die eine Strahlentherapie und eine Immuntherapie kombinieren. Bei einer Strahlentherapie werden oft die Lymphknoten in der Umgebung des Tumors bestrahlt, um eventuell vorhandene Krebszellen zu eliminieren. Allerdings spielen diese Lymphknoten auch bei der Aktivierung der an der Immunantwort beteiligten T-Lymphozyten eine wichtige Rolle. Werden sie gleichzeitig mit dem Tumor bestrahlt, kann dies zu einer verminderten Wirksamkeit der Immuntherapie führen.
Die Forschenden möchten verstehen, wie die Strahlentherapie die Funktion der Lymphknoten beeinträchtigt und herausfinden, wie diese Organe besser geschützt werden können. Sie werden unter anderem untersuchen, ob sich mit einer zeitlich versetzten Bestrahlung der Lymphknoten oder einer Anpassung der Dosierung und der Behandlungstermine die Immunantwort erhalten lässt, ohne die Kontrolle über die Erkrankung zu verlieren. Langfristig sollen die Ergebnisse zur Vorbereitung einer klinischen Studie mit Patienten mit Kopf-Hals-Krebs dienen.
Mobilisierung von Leberimmunzellen für eine wirksamere Krebsbekämpfung
Modulierung der Immunität von T-CD8-Lymphozyten unter Einbeziehung der Kupffer-Zellen zur breitbandigen Bekämpfung des viralen oder nicht-viralen hepatozellulären Karzinoms
In diesem Projekt sollen neue immuntherapeutische Ansätze zur Behandlung des hepatozellulären Karzinoms, der häufigsten Form des Leberkrebses, entwickelt werden. Die Forscher interessieren sich insbesondere für die Kupffer-Zellen. Dabei handelt es sich um natürlicherweise in der Leber vorkommende Immunzellen, die in der Lage sind, dem Tumor Substanzen zu entnehmen und die T-CD8-Lymphozyten gegen die Krebszellen zu aktivieren.
Ziel des Projektes ist die Wiederherstellung und Verstärkung der Immunantwort. Diese ist oft durch eine chronische Entzündung, virale Infekte oder das Fortschreiten der Erkrankung selbst geschwächt. Darüber hinaus sollen spezifische Marker an der Oberfläche der Krebszellen identifiziert und Antikörper entwickelt werden, welche die Tumorzellen an die Kupffer-Zellen heranziehen. Diese Strategie könnte die Qualität und Dauer der Immunantwort verbessern, sowohl bei durch das Hepatitis-B-Virus verursachten Leberkrebserkrankungen als auch bei solchen nicht-viralen Ursprungs. Dieser innovative Ansatz schafft ein neues immuntherapeutisches Paradigma für eine schwer zu behandelnde Krebserkrankung.
Innovative Ansätze zur Vermeidung einer radikalen Resektion bei Blasenkrebs
Ultraschall-Embolisation zur lokalen, minimal invasiven Behandlung von Blasentumoren
Welche Lungenkrebs-Patienten sprechen auf eine Immuntherapie an?
Multimodale Evaluation der durch Chemokine regulierten Immunzellnischen zur Vorhersage der Antwort auf eine Immuntherapie bei Lungenkrebs-Patienten
Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs ist eine häufig vorkommende Lungenkrebsart. Viele, aber nicht alle, Patienten sprechen auf eine Immuntherapie an. Ziel dieses Projektes ist es, anhand einer Kartierung der Zytokine diejenigen Patienten zu identifizieren, die auf eine Immuntherapie ansprechen. Zytokine sind kleine Signalmoleküle, welche die Immunantwort regulieren.
Ausgehend von einer Patientenkohorte bestehend aus 27 ansprechenden und 14 nicht-ansprechenden Patienten werden die durch Chemokine regulierten Immunzellnischen mittels hochauflösender molekularer Bildgebung kartographiert. Das Team hofft, in Zusammenarbeit mit Experten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, das Ansprechen auf Behandlungen mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren vorhersagen zu können.