Immuntherapie für solide Tumoren – Prof. Caroline Arber (CHUV)
Verbesserung der Behandlung solider Tumoren durch die Ausstattung von CAR-T-Zellen mit neuen Rezeptoren
Dieser «zweckgebundene Fonds» wurde im Juli 2026 für 4 Jahre an Prof. Caroline Arber vergeben.
CAR-T-Zelltherapien haben in der Bekämpfung bestimmter Blutkrebsarten bedeutende Fortschritte ermöglicht. Ihre Wirksamkeit ist jedoch bei soliden Tumoren, insbesondere bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, nach wie vor begrenzt. Diese Tumoren entwickeln um sich herum eine besonders schützende Umgebung. Diese bremst das Eindringen der Immunzellen, schwächt deren Wirkung und beeinträchtigt deren Fähigkeit, die Krebszellen nachhaltig zu bekämpfen.
Ziel des von Prof. Caroline Arber geleiteten Projektes ist es, dieses Hindernis zu überwinden, indem die CAR-T-Zellen mit einem zweiten Rezeptor namens TSensSER ausgestattet werden. Ähnlich wie ein biologischer Sensor ist dieser darauf ausgelegt, bestimmte Signale zu erkennen, die in höherer Konzentration in der Tumorumgebung vorkommen. Werden diese Signale vom Rezeptor erkannt, verstärkt dieser die Aktivität der CAR-T-Zellen. Auf diese Weise können sie tiefer in den Tumor eindringen, den schwächenden Mechanismen widerstehen und ihre Wirkung langfristig aufrechterhalten.

In Zusammenarbeit mit dem Team um Prof. Patrick Barth an der EPFL nutzen die Forschenden künstliche Intelligenz und computergestütztes Proteindesign, um diese neuen Rezeptoren zu entwickeln. Mehrere Kandidaten werden zunächst an menschlichen Zellen getestet und anschliessend in verschiedenen präklinischen Modellen evaluiert, insbesondere in aus Patiententumoren hergestellten Organoiden. So sollen die vielversprechendsten Kandidaten für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen CD70-exprimierenden soliden Tumoren identifiziert werden.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Sicherheit. Die modifizierten Zellen entfalten ihre volle Wirkung nur, wenn sie sowohl die Krebszelle als auch die charakteristischen Signale derer Umgebung erkennen. Sie verfügen ausserdem über einen Mechanismus, der es im Falle unerwünschter Nebenwirkungen ermöglicht, sie zu eliminieren.
Langfristig soll für Patientinnen und Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, die nach Standardbehandlung einen Rückfall erlitten haben, das wirksamste Verfahren ausgewählt und klinisch entwickelt werden. Anschliessend könnte dieser Ansatz auch auf andere solide Tumoren mit ähnlichen Eigenschaften übertragen werden.